Ernährung
in Kraftsport, Bodybuilding und Fitness!
Die
Zick-Zack-Diät
Das Wesentliche
Unterscheidungsmerkmal dieser Diätform zu den davor vorgestellten
Varianten der Aufbauernährung ist, dass die Kalorienform hier
nicht langsam bis zur Zunehmschwelle angehoben and dann relativ
konstant gehalten wird.
Man geht von
einer bestimmten täglichen Kalorienmenge aus, die man als notwendig
erachtet, um einen Muskelaufbau zu erzielen. Gehen wir in einem
Beispiel von 4.000 kcal pro Tag aus. Nun kann man natürlich
exakt diese Kalorienzahl an jedem Tag der Woche zu sich nehmen.
Eine andere
Möglichkeit, die wir bei dieser Form des Masseaufbaus anwenden,
besteht darin, an einem Tag bspw. 2.500 kcal zu uns zu nehmen, am
nächsten 4.500kcal, u.s.w.
Wichtig ist
dabei lediglich, dass die durchschnittliche Kalorienmenge pro Tag
über einen längeren Zeitraum gleich (also in unserem Fall
4.000kcal) bleibt!
Der Zweck, den
wir damit verfolgen, ist möglichst viele der zugeführten
Nährstoffe für den Muskelgewebeaufbau zu nützen und
möglichst wenige zum Aufbau der Fettdepots. Selbstverständlich
gelten auch hier wieder die Grundprinzipien: erhöhte Energiezufuhr
mit ausreichend Protein, gut geplantes Training und Ruhe!
Diese Ernährungsvariante
hat sich in letzter Zeit immer mehr auch im Leistungssport etablieren
können. Eine recht einfache Variante der Anwendung besteht
darin, bspw. einmal pro Woche einen sogenannten "Schummeltag",
an dem ohne Einschränkungen gegessen werden darf, einzulegen.
Eine andere
Möglichkeit, diese Diätform noch gezielter einzusetzen,
besteht darin, nach zwei bis drei Tagen bei wenig Kohlenhydraten
in Verbindung mit Training, um die Glykogenspeicher richtig leer
zu bekommen, fünf bis zehn Tage folgen zu lassen, an denen
sehr viele Kohlenhydrate und Kalorien verspeist werden. Dananch
wiederholt sich wieder die Entladeprozedur u.s.w.
Was ist nun der Sinn dahinter: An den kalorienreichen Tagen werden
die Kohlenhydratspeicher voll, der Athlet speichert sehr viel Wasser
in den Muskelzellen und in Verbindung mit hartem Training findet
ein intensiver Muskeleiweißaufbau statt.
Da wir aber wissen, dass in solchen Phasen mit zunehmender Dauer
auch immer mehr Fett eingespeichert wird (nämlich auch aus
Kohlenhydraten und Eiweiß!), wird der Aufbauzyklus für
einige Tage unterbrochen. An diesen Entladetagen ißt man bewußt
weniger Kalorien und besonders wenig Kohlenhydrate. Dadurch wird
für kurze Zeit eine negative Kalorienbilanz erzeugt und die
Glykogenspeicher für einen neuen Wachstums- und Speicherzyklus
vorbereitet. Unter Umständen ist während dieser Tage sogar
ein minimaler Fettabbau möglich.
Nach mehreren
solcher Zyklen sollte man eigentlich einen recht ansehnlichen Zuwachs
an Muskelsubstanz verzeichnen können - und das ohne zuviel
an ungewünschtem Fett zugelegt zu haben. Auf jeden Fall nimmt
man auf diese Weise deutlich weniger Fett zu, als wenn man die Kalorienzufuhr
konstant auf hohem Niveau hält!
Man kann also in diesem Fall von einem nahezu idealen Verhältnis
an Muskel- und Fettaufbau sprechen.
Natürlich
muss man sich sehr strikt an einige Regeln halten, damit das auch
tatsächlich so klappt. Jeder muss für sich selbst herausfinden,
wievielen Aufbautagen wieviele Entladetage folgen. Denn das hängt
sehr stark von der individuellen Neigung zum Fettansatz ab und schwankt
von einer Person zur anderen mitunter in einem hohen Ausmaß!
Jemand, der leicht Fett ansetzt, muss vielleicht drei Tage lang
entladen und darf dann nur vier bis sieben Aufladetage anschließen,
bevor er wieder entlädt. Jemand, der kaum zum Fettansatz neigt,
muss vielleicht nur nur ein oder maximal zwei Tage entladen und
kann eine Aufladephase von sieben bis zehn Tagen dranhängen,
bevor er beginnt, vermehrt Fett zu speichern.
Auf alle Fälle
sollte die Ernährung an den Entladetagen sehr eiweißbetont
gestaltet werden. Es wird schließlich kurzfristig eine negative
Kalorienbilanz erzeugt, und wir wollen natürlich verhindern,
dass zuviel wertvolle Muskelsubstanz abgebaut wird. Weiters müssen
die Kohlenhydrate reduziert werden. Wie stark, hängt - wie
bereits oben erwähnt - sehr von den persönlichen Voraussetzungen
ab. Man kann in der Regel von einer Reduktion der Kohlenhydrate
auf bis zu 80g bis 150g pro Tag ausgehen.
Es ist dies mit einer eiweiß- und fettreichen Kost möglich,
oder man wählt die Kohlenhydrate und das Fett niedrig, indem
man nur fettarme Proteinquellen und Gemüse zu sich nimmt.
Entschließt man sich zum höheren Fettanteil, so sollte
man trotz alledem nicht über einen Wert von 1g bis 1,5g Nahrungsfett
pro kg Körpergewicht kommen.
Optimale Ergebnisse
erzielt man, wenn man auch das Training an den Zyklus der Auflade-
und Entladetage anpaßt:
Während der Entladephase macht ein Massetraining mit schweren
Gewichten nicht so viel Sinn, da an diesen Tagen die Energiezufuhr
für einen Muskelaufbau nicht ausreicht. Somit kann der Muskelwachstumsreiz
eines solchen Trainings kaum ausgenützt werden. Die einzige
Ausnahme stellt der letzte Entladetag dar: Trainieren wir hier richtig
hart und schwer, kann dieser Reiz durch den folgenden "Fresstag"
sehr gut ausgenutzt werden!
Zum Glykogenabbau an den anderen Entladetagen reicht dagegen das
Kaloriendefizit in Kombination mit leichtem aeroben Training bei
relativ geringer Intensität und längerer Dauer. Durch
das aerobe Training kann der niedrige Insulinspiegel an diesen Tagen
außerdem ideal zur Fettverbrennung genutzt werden. Und da
wir ja genug Protein zu uns nehmen, kann auch unsere Muskelsubstanz
keinen Schaden an den Entladetagen nehmen.
An den Aufbautagen wird dann natürlich das Massetraining durchgeführt.
Hier kann man richtig zur Sache gehen!
Unbedingt beachten:
Kohelnhydrate und Eiweiß machen nur in den ersten Tagen nach
einem Entladezyklus nicht dick und genau dieser Effekt wird bei
dieser Ernährungsform ausgenutzt. Also rechtzeitig die Bremse
ziehen und wieder Entladen!
Üblicherweise entwickelt man ziemlich rasch ein Gefühl,
welche Zykluslängen der eigene Körper benötigt.
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